Tauchplätze im Roten Meer
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Umbria
Übersicht
Um italienische Truppen in Aden zu versorgen, wird die "Umbria" Ende Mai 1940 in Genua, Livorno und Neapel mit diversem Kriegsmaterial beladen. Das Schiff, das 1935 vom Passagierdampfer zum Material- und Truppentransporter umgebaut wurde, war zuvor bereits für solche Fahrten eingesetzt worden
Beschreibung
Über 360.000 Bomben und 60 Kisten Brandbomben und andere Sprengstoffe sind in den 5 Laderäumen verstaut. Des Weiteren Autos, Flugzeugteile sowie Zementsäcke und andere Baumaterialien.
Die Route der Umbria führt über Messina auf Sizilien nach Port Said, von wo aus sie durch den Suezkanal und das Rote Meer nach Ostafrika fahren soll.
Nach dem Einlaufen in Port Said am 3. Juni bunkert sie weitere 1000 Tonnen Kohle und 130 Tonnen Wasser. Hier gehen 23 Soldaten der britischen Marine sowie 2 Lotsen an Bord. Angesichts des bevorstehenden Kriegseintritts zwischen Italien und England wird die Kanalpassage bewusst verzögert. So verlässt die "Umbria" Suez mit ihrer explosiven Fracht erst 3 Tage später.
Von nun an verfolgt sie das Kanonenboot "Grimsby". Es stoppt den Frachter bei Port Sudan und behauptet, er befinde sich in britischen Hoheitsgewässern. Infolgedessen ankert die "Umbria" am 9. Juni am Wingate Reef.
Unter dem Vorwand, das Schiff nach Schmuggelware zu durchsuchen, werden 22 Soldaten des neuseeländischen Kreuzers "Leander" unter dem Kommando von Lieutenant Steves an Bord gebracht. Sie besetzen sofort die strategisch wichtigen Punkte und beginnen eine zeitaufwendige Durchsuchung.
Am Nachmittag erfährt Kapitän Muiesan über Funk in seiner Kabine, dass Italien um 19:00 Uhr den Kriegszustand erklären wird und ab 0:00 Uhr des nächsten Tages mit den ersten Kriegshandlungen zu rechnen ist.
Muiesan erkennt, dass er keine Zeit mehr verlieren darf, damit die strategisch wichtige Fracht nicht in feindliche Hände fällt. Zusammen mit dem ersten Offizier Radolfo Zarli und dem Flugingenieur Carlo Costa plant er die Versenkung.
Sie haben Schwierigkeiten, die Besatzung zu evakuieren, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Schließlich schlägt Muiesan Lieutenant Steves vor, eine Rettungsübung durchzuführen, was der Lieutenant in der Hoffnung genehmigt, die "Umbria" noch weiter festhalten zu können. Während die Italiener mit der Übung beginnen, erreicht Steves auf der Brücke die Nachricht von starkem Wassereinbruch im gesamten Schiff. Nach wenigen Minuten und mit der zunehmenden Schlagseite des Schiffes erkennt er, dass er das Sinken nicht mehr verhindern kann.
An Bord der "Gimsby" informiert Muiesan ihn über den Kriegseintritt Italiens und dass er selbst den Befehl zur Versenkung des Schiffes gegeben habe.
Er begibt sich dann mit seiner Besatzung vor Kriegsausbruch als Kriegsgefangene nach Indien.
Hotspots
- Neun Jahre nach ihrem Sinken weckt die "Umbria" das Interesse des damals 30-jährigen Hans Hass. Seine Kontakte zum Gouverneur von Port Sudan ermöglichten es ihm schließlich, an der "Umbria" zu tauchen.
- Sein Foto- und Filmmaterial trug wesentlich zum Mythos des Wracks bei.
- Inzwischen ist die "Umbria" eines der berühmtesten Wracks im Roten Meer.